Foto: Nic Franc (CC BY-NC-ND 2.0) - https://www.flickr.com/photos/nic_frank/15271638977/in/photostream/

Sterbehilfe – legal oder illegal?

Sollte es Ärzten und anderen erlaubt sein, beim Sterben zu helfen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Battle of Ideas Satellite.

Datum: 12 November 2015

Zeit: 19:30 bis 21:00

Ort: Kino Tilsiter Lichtspiele, Richard-Sorge Str., 25a 10249 Berlin-Friedrichshain, Deutschland

Diese Frage will der Bundestag Anfang November regeln, doch ob die Debatte damit beendet sein wird, ist fraglich. Die Vorschläge der diversen Parlamentariergruppen reichen von einer Beibehaltung der jetzigen Rechtslage bis hin zu starken Einschränkung des sogenannten „assistierten Suizids“. Die einen betonen ethische Prinzipien. Die andern fordern, es müsse erlaubt sein, über den eigenen Tod selbst zu bestimmen. Gegner wie Befürworter kommen aus allen Parteien und weltanschaulichen Richtungen.

Man wolle, so ein Statement der Gegner des assistierten Suizids „eine Begleitung in den Tod“ fördern, aber nicht eine „Beförderung in den Tod“1. Palliativmedizin und andere Hilfe reichten aus, um das Sterben erträglicher zu machen. Die Befürworter halten dagegen, dass Schwerkranke ansonsten nur die Option eines Selbstmordes hätten, statt in Würde sterben zu dürfen.2 Sie verweisen darauf, dass eine Mehrheit der Bevölkerung für eine liberale Regelung sei.
Weshalb hat die Debatte überall in Europa so stark an Bedeutung gewonnen, obwohl das Sterben seit jeher Teil des menschlichen Lebens war? Gibt es ein Recht, über den eigenen Tod zu entscheiden? Gibt es überhaupt ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, das direkt aus dem Recht auf eigene Lebensgestaltung abgeleitet werden kann?

Die Debatte wird von dem Berliner Salon des Freiblickinstituts e.V. organisiert. Sie ist ein „Satellite Event“ des internationalen Debattenfestivals Battle of Ideas, dass in London stattfindet.

 

Es diskutieren:


Prof. Dr. Monika Frommel, Juristin, ehemalige Direktorin des Kriminologischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität Kiel
Barbara Hackenschmidt, 2. Vorsitzende Frauenbrücke Ost-West e.V.
Prof. Dr. Boris Kotchoubey, Institut für medizinische Psychologie, Universität Tübingen
Dr. Kevin Yuill, Autor: Assisted Suicide: the liberal, humanist case against liberalization

 

 

Im Anschluss um 21.00 Uhr zeigt das Kino den Film:


AM ENDE EIN FEST (OmU)

Eine Gruppe von Senioren hat sich im Altersheim um den 72-jährigen Yehezkel, einen Tüftler und Erfinder, zusammengeschlossen: Sie wollen Max, einem schwerkranken Freund, helfen das Sterben zu erleichtern. Zusammen mit einem pensionierten Tierarzt, der die Beruhigungsmittel besorgt, und einem ehemaligen Polizisten, der die Beweise verwischen soll, suchen sie nach dem besten Weg, um Max' Wunsch zu erfüllen. Da keiner sich tatsächlich dazu überwinden kann, Max zu töten, baut Yehezkel eine Maschine, mit der der Sterbende sich selbst töten kann.

Bald schon ist diese Maschine in aller Munde und Menschen aus ganz Jerusalem strömen zu dem Altersheim, um ihre Liebsten von ihren Leiden zu befreien. Anfangs noch zögernd, geben Yehezkel, seine Frau Levana und Dr. Daniel bald dem Andrang der Sterbewilligen nach und die eingeschworene Truppe macht sich auf, um letzte Wünsche zu erfüllen. Währenddessen verschlechtert sich der Zustand von Levana, Yehezkels Frau, die an Alzheimer leidet, und bald muss Yehezkel selbst eine Entscheidung treffen.

Einen der erfolgreichsten israelischen Filme der letzten Jahre hat das Regie-Duo Sharon Maymon und Tal Granit geschaffen, der mit großer Leichtigkeit Worte und Bilder für etwas findet, das sich so oft der Darstellung entzieht. Ihnen gelingt eine wunderbar schelmische Komödie über das Abschiednehmen, die jedem das Herz erleichtern wird.

»Ein berührender Film über die Liebe und das Leben.« [Frankenpost]

»Die Zuschauer werden schallend lachen und mit einem breiten Lächeln aus dem Film kommen.« [Screen International]

http://www.am-ende-ein-fest.de

 

[1] Patrick Sensburg und Thomas Dörflinger, zitiert in Die Zeit: Hilfe zum Suizid – erleichtern oder verbieten?, Katharina Schuler.
[2] http://www.tagesspiegel.de/politik/sterbehilfe-debatte-im-bundestag-umleben-und-tod/12004136.html